Segelbericht Karibik

Februar 2010

Törnbericht von Eberhard Lohbauer

 

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Karibiktörn 2010    5. Febr. bis 19. Febr.

 

Das Schiff : „LE DIABOLOTIN“ (das Teufelchen)  Sun Odyssee 44i  Bauj. Ende 2009
(2. Chartercrew)

 

Die Crew: 7 Crewmitglieder (3 weibl., 4 männl.)  haben jede/r bisher schon mindestens eine Charter-Seereise unternommen,

davon  3 Mitglieder die schon häufig Seereisen unternommen haben.

 

Der Skipper: zum 8. Mal in der Karibik, hat zahlreiche weitere Seereisen in diversen Revieren unternommen

 

Die Route: geplant war die „Leewards“, das Seegebiet zwischen Anguilla und Guadeloupe zu segeln.

                 

Das Wetter: Wind meist SW 3-5 Bft, häufig Sonne, manchmal leicht bedeckt, kein Regen,
tags 28-30°C , nachts 26-29°C,  Wasser 28°C

 

5.2.

Anreise von diversen deutschen Flughäfen nach  Paris. Dort trifft sich die Crew komplett und fliegt
9 Stunden  mit der großen französischen Airline nach St. Maarten / St. Martin

 

Einreise unkompliziert.
Der französische Teil (Saint Martin) der Insel hat zwar einen Sonderstatus, gehört aber zur Repubik Frankreich und damit zur EU. 
Der niederländische Teil der Insel (Sint Maarten) gehört zu den „Niederländischen Antillen“,  einem autonomen Teil des Königreiches der Niederlande.

 

Währungen auf der gesamten Reise: Euro, US$,  Eastern Caribbean Dollar

 

 

Transfer zur Sunsail Basis OysterBay ca. 1 Stunde. Unterwegs steigt ein Teil der Crew aus um beim größten Supermarkt der Insel Proviant zu kaufen. Obwohl Charterbeginn 18.00Uhr, kann das Schiff sofort geentert werden. Taxi fährt zurück zum Supermarkt um die Einkäufer inklusive der Waren abzuholen.

 

Die Crew richtet sich in den Kabinen ein und macht sich mit dem Schiff vertraut.

 

6.2.

Einweisung durch Sunsail, Briefing, offizielle Schiffsübernahme. 

 

Da Nachtfahrten in der Karibik grundsätzlich nicht erlaubt sind, erhält der Skipper auf seinen Wunsch eine schriftliche Nachtfahrterlaubniss.  Die dafür erforderliche Erfahrung konnte nachgewiesen werden.

Schiffs- und Sicherheitseinweisung für die Crew durch den Skipper.

 

Auslaufen „OysterBay“

 

Nach einem kurzen Ankerstopp in der Bucht von Philippsburg (Groot Baai) um noch einige Waren mit dem Dingy heran zu holen geht es gleich in Richtung St Barth, 16sm.
Ankerstopp im Norden der Insel zum Baden und Schnorcheln.

 

Wassertemperatur für den ganzen Törn  28°, in Lagunen über 30°

 

Bei Sonnenuntergang verholen auf den Ankerplatz von „Gustavia“.

 

7.2.

Besuch von Gustavia, St. Barth.  Ein- und Ausklarieren gleichzeitig, Stadtrundgang.

 

Spät-Nachmittags: Sicherheitseinweisung für die Nachtfahrt! Es werden Wachen gebildet, Dienstschicht 3 Stunden.

 

1. Nachtfahrt.

Auslaufen nach St Kitts, (60sm), Sonnenuntergang auf See.
Nachts einige problemlose Begegnungen mit Schiffen, u.a. großen Kreuzfahrern die so hell wie eine ganze Großstadt erstrahlen, sie sind  in der Regel sehr langsam unterwegs.

Die Steuerung unseres Schiffes ist recht einfach da wir über eine kompassgesteuerte Automatik verfügen. Wer wollte, konnte natürlich das Schiff auch von Hand steuern…..   es wollte Keiner.

Wachhabenden Crewmitgliedern zeigte der Skipper  das „Kreuz des Südens“, das am Himmel, zu dieser Jahreszeit und in diesen Breiten (ca. 17° Nord) zwischen 2 und 5 Uhr, zu sehen ist.

 

8.2.

Nach Sonnenaufgang Ansteuerung von Bassterre. Anlegen im kleinen Hafen. Hier muss sofort einklariert werden, Crew bleibt solange an Bord. Da hier auch öfter Kreuzfahrer stoppen, gibt es eine Shopping Meile mit vielen Geschäften mit Souvenirs, Gold, Schweizer Uhren usw.
Kleiner Stadtrundgang, ein paar Kleinigkeiten einkaufen.
Nachmittags weiterfahren in den Süden der Insel  zum Schnorcheln und Baden. Nachts vor Anker in einer Bucht. Eine Meile entfernt ein weiteres Segelschiff, sonst alles sehr einsam.

 

9.2.

Weitere Badebuchten aufgesucht, Weiterfahrt zur Insel Nevis. Hier festmachen an Muringboje bei dem Hauptort Charlestown.  Besuch der Stadt, ausklarieren  (St. Kitts und Nevis sind ein Staat).
Nach dem Abendessen an Bord ablegen von der Boje  und  Beginn der
2. Nachtfahrt,  mit Ziel Pointe a Pitre, Guadeloupe.  Entfernung 115sm. Plötzlicher Ausfall der automatischen Steuerung. Unser Schiff muss jetzt also von Hand gesteuert werden. Für die Crew bedeutet das als Rudergänger sehr konzentriert nach Kompass zu steuern. Erschwert wird das Ganze durch einen feinen Aschenregen, der von einer erhöhten Aktivität  des Vulkans Monteserrat herrührt, wie wir erst später erfahren. Der Aschenstaub ist recht hinderlich da er  die Augen reizt.

Wir passieren nachts in respektvoller Entfernung (15sm ) die Insel Monteserrat.

 

10.2.   Auf See !

Segeln !   und wenn der Wind mal schwächer wird auch mit Motor. Wir umrunden nachmittags die Südwest Ecke von Guadeloupe (südlichster Wegpunkt unserer Seereise) und steuern die Hauptstadt Pointe a Pitre an. Nach ca. 22 Stunden, dem längsten Schlag des Törns, legen wir beim Sunsail-Stützpunkt in Pont a Pitre an.

Da französisches Schiff und EU-Crew hier keine Ein- und Ausreiseformalitäten.

 

11.2. WEIBERFASTNACHT

MEUTEREI !! Der Skipper wird von den weiblichen Crewmitgliedern entmachtet. Zum Frühstück erklingen köllsche Lieder aus den Bord-Lautsprechern.

Da die närrischen Matrosinnen nicht navigieren können, wird der Skipper später wieder aus der Bilge gezogen und er darf wieder sagen wo es lang geht.

 

Am Sunsail-Stützpunkt wird unser Steuerungsautomat wieder funktionsfähig gemacht. Ein Metallgegenstand  ist von einem Crewmitglied unbewußt in die Nähe des Fluxgate-Kompasses gelegt worden. Wir hatten an Bord zwar ebenfalls vermutet, dass der Fehler in diese Richtung zu suchen wäre, hatten aber das „Versteck“ des Kompasses trotz intensiver Suche nicht gefunden.

 

Die Crew macht eine Exkursion mit einem großem Taxi über die Insel, u.a. Besuch des Regenwaldes, Wasserfällen und Tier- / Botanischen Garten.

Aus dem Taxi heraus sehen wir eine gewaltige Eruption des ca. 35sm entfernt liegenden Vulkans Monteserrat.

Später, wieder am Schiff,  verdunkelt sich Guadeloupe und vom Himmel fällt ein recht starker Ascheregen. Augen und Atmungsorgane werden gereizt, ein geplanter Besuch des Zentrums von Pointe a Pitre muss ausfallen. Später in der Nacht hat der Ascheregen aufgehört.

 

12.2.

Trotz des total verdreckten Schiffes verlassen wir den Liegeplatz früh am Morgen gegen 4:30Uhr. Wir planen eine Passage des Fußes/Kanals Salee, der die  Ausfahrt aus Guadeloupe nach Norden um ca. 40sm verkürzt. Allerdings müssen dabei 2 Klappbrücken (wie in Holland) passiert werden und diese machen nur einmal am Tag, morgens um 5 Uhr, auf. Wir sind auch pünktlich an der Brücke zur Stelle  und siehe da, sie öffnet genau zur angegebenen Zeit.  Ein weiterer Segler hat sich eingefunden, der die gleiche Route plant. Wir wollen, da völlig ortsunkundig, dem Segelkollegen einfach nachfahren, aber das Gleiche hat jener auch mit uns vor. So kommt es, dass der Andere „gewinnt“ und wir vorne fahren. Mit Taschenlampen tasten wir uns durch den stockdunklen, an den Seiten mit dichten Mangroven bewachsenen, Kanal. Ab und zu in den Kurven ist sogar eine beleuchtete Tonne. Nach der Passage der 2. (letzten) Brücke werfen wir dann, im breiter werdenden Kanal, Anker, warten die Morgendämmerung ab und befreien dann mit unzähligen Pützen Wasser das Schiff von der Monteserrat-Asche.
Nach dem Frühstück kommen wir dann unter Motor durch eine Lagunen- und Riffwelt , die allerdings passabel betonnt ist, wieder in die offene See.

Ziel ist die Insel Antigua (50 sm).
Kurz vor dem Einlaufen in den „English Harbour“ machen wir einen Badestopp in einer offenen Bucht. Danach gehen wir für die Nacht in der geschützten English Harbour Bucht an eine Muringboje.

 

13.2.

Einklarieren in Antigua.

Einkaufen und Besichtigung der historischen Wirkungsstätten des Briten Lord Nelson.

 

Nur an wenigen Stellen auf der Welt findet man wie hier, eine so geballte Häufung von Luxusschiffen der Reichen und Schönen dieser Welt. 

 

Enttäuscht sind wir von der  hier vorhandenen Sunsail Base, kein „Welcome“, keine Hilfe, kein Trinkwasser.....  wir fühlen uns  eher „unerwünscht“.

 

Nach Mittag verlassen wir die Bucht, umrunden westlich die Insel und suchen im Norden von Antigua  hinter einem riesigen Riff in der Jumby Bay von Long Island einen  Ankerplatz.
Baden und Schnorcheln!
Dieser Platz befindet sich genau in der Einflugschneise des Flughafens, ist aber nicht so störend da nachts kein Flugverkehr herrscht.

 

14.2.

Baden und Schnorcheln.

Gegen Mittag verlassen des Ankerplatzes. Wir haben auf der Seekarte eine kleine Ausfahrt aus dem Riff, den Bird Island Channel, gefunden. Mithilfe von GPS, Laptop, Plotter und Augapfel-Navigation haben wir im quasi Zickzackkurs das Riff durchfahren und nach Norden verlassen.
Für den Skipper einer der spannendsten Momente der Reise.

 

Segeln nach Barbuda, 30sm

 

Kurz vor Sonnenuntergang ankern wir am langen Beach, westseitig von Barbuda.

 

15. 2.
Hier befindet sich der absolute weiße Traumstrand....     total einsam, Mangroven, einige Palmen, türkisfarbenes Wasser,  schöne, riesige Venus-Muscheln.

Mit dem Dingy sind wir 3 km über eine Lagune zum Hauptort Codrington gefahren.

Ausklarieren Antigua/Barbuda,  Die Immigration-Offizierin lässt uns zwar erst mal eine schlappe Stunde in der Hitze warten. Sie fährt uns dann aber, nach dem die Polizei sie gesucht und gefunden hat, mit ihrem Privatwagen über die Insel, da die weiteren zum Ausklarieren nötigen Stempelgeber, wie Zoll und Hafenamt, jeweils einen guten Kilometer auseinander wohnen.


Nach Sonnenuntergang und Abendessen an Bord verlassen wir dann die Insel und steuern mit Kurs West  die Insel St. Eustatius an.
3. und letzte Nachtfahrt.   70sm......     einige wenige Begegnungen mit Handelschiffen und Kreuzfahrern.

 

 

16.2.

Mit Sonnenaufgang festmachen an Ankerboje in der Gallows-Baai,  Insel St Eustatius.

Sehr starker Schwell!!

Beim Frühstück beschließt die Crew hier nicht zu bleiben und gleich weiter zur Heimatinsel St. Martin zu reisen.

Bei super Segelwind haben wir diesen Beschluss sofort in die Tat umgesetzt und die Bucht von Marigot angesteuert,  45sm.

Ankunft ca. 16:00 Uhr, vor Anker in der Bucht von Margiot , St. Martin

 

Ein Teil der Crew macht sich mit dem Dingy auf den Weg in die Stadt. Hier finden wir,  völlig ungewöhnlich, nur geschlossene Geschäfte vor. Wir lassen uns von Menschen und Musik leiten und treffen ein paar Straßen weiter auf eine Karnevals-Parade, wie man sie bei uns nur aus dem Fernsehen kennt, wenn mal wieder aus Brasilien berichtet wird. Auf riesigen Lkws befinden sich Bands die Karibische Steelband-Musik oder Samba-Musik spielen. Diese wir höllisch verstärkt und mit gewaltigen Lautsprechern besonders auf die hinter den Lkws  folgenden Tanzgruppen  gerichtet.

 

 

17.2.

Nach weiteren Besuchen in der Stadt Marigot geht der Anker hoch und wir steuern die Insel Anguilla an.
Anguilla ist eine 1-2sm breite und 16sm lange Insel, die nördlich, nur etwa 6sm entfernt vor
St. Martin liegt.

Die Insel ist ein eigener Staat, wo wiederum Ein- und Ausklarieren nötig ist. Außerdem müssen wir noch mal 80$ für den Besuch von Sandinseln und Riffs  (sogenannte Marineparks) löhnen.
Zur Schonung von Korallen sind an den interessanten Stellen Festmachbojen vorhanden.

Nachts liegen wir vor Anker in der Crocus Bay.

 

18.2.

Wir verlassen gegen Mittag Anguilla, umrunden die Insel nördlich und kehren nach Marigot zurück.

Hier werden noch einige Mitbringsel und Souvenirs gekauft, denn heute ist unser vorletzter Tag.

 

Am Abend verlassen wir die Bucht von Marigot und verholen uns 3 Meilen nördlich in die Grande Case Bucht.
Gemeinsames Dinner in einem französischen Restaurant.

 

19.2.

 6:00 Uhr,  Anker auf, mit Großsegel und Motor zurück zur Oyster Bay  (ca.10sm)

Ankunft gegen 8 Uhr

 

ENDE DER SEEREISE

 

Tanken.

Packen.

Schiffsrückgabe an Sunsail im Rekordtempo von 5 Minuten.

 

Wir dürfen noch an Bord bleiben bis zum Eintreffen des Flughafentaxis um 14.00Uhr

 

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