Bericht über unseren Karibik-Segeltörn, Cuba 2014

vom 05. bis 28. Februar 2014

Ausgangshafen:     Cienfuegos

Segelyacht:            Katamaran Lagoon 440, Baujahr 2008, mit dem Namen „Viktora“

Vercharterer:         Platten Sailing

     Die Crew: Günter (Skipper), Michael (Co-Skipper),  

     Lutz, Thomas, Judith undDaniela ; alle mit

     Segelerfahrung.

 

Törnverlauf:         Cienfuegos, Cayo Guano del Este, Cayo Largo,

                           Cayo del Rosario,Cayo Campos, Cayo Matias, Isla de la

                           Juventud und zurück

                                                             

1. Tag:   Flug von Frankfurt nach Havanna (Cuba)

              Nach 12 Stunden Flug, mit viel Gegenwind (300 km/h), sind wir

              sicher in Havannaangekommen. Der Geldumtausch direkt am 

              Flughafen dauerte wegen der langenWarteschlange 1 Stunde.

              Viele warten auf ein Taxi. Wir bezahlen 40 CUC für 6Personen zu

              unserer Casa Particular in Vedado, ein ruhiger Vorort von

              Havanna. Zoll und Einreise waren unkompliziert. Kurzer

              Stromausfall bei der Passkontrolle!

Ca. 23.15 Uhr Ankunft an unserer Casa de Diana. Alle sind müde (Zeitdifferenz 6 Stunden zurück). Unser Casa ist für Cuba-Verhätnisse sehr schön, sogar mit Klima-anlage und befindet sich in einem renovierten Herrenhaus. Havanna-Rum und Cristal Bier wird noch probiert, dann geht es ins Bett.

2. Tag:   Nach einem kubanischen Frühstück, verschiedene Früchte und Brötchen, geht es zu Fuß Richtung Altstadt von Havanna. Zuerst geht es über den Malecon (Promenade) direkt am Meer entlang. Dann in die Altstadt, sehr interessant. Am besten gefiel uns das fahrende Automuseum, denn die Autos sind ca. 50 Jahre alt. Nach 7 Stunden Fußmarsch geht es mit einem uralten Plymouth-Taxi zurück ins Casa auf die Terrasse zum Relaxen.  Havanna-Rum und Cristal-Bier ist sehr zu empfehlen.

3. Tag:   Nach dem Frühstück geht es wieder zu Fuß zur Malecon-Promenade, um einen Citytour-Bus zu ergattern. Nach 2 Stunden Stadtrundfahrt verlassen wir den Bus in der Nähe vom Capitol und suchen uns ein tolles Restaurant, denn Judith hat Geburtstag. Das Menü, das alle genommen haben, ist hervorragend. Vorweg gab es einen Mojito! Auf dem Platz gegenüber ist ein Jazz-Konzert. Am Nachmittag fahren wir mit einem Oldtimer-Taxi durch den Stadttunnel zur Festung. Wir haben von hier oben einen tollen Ausblick über Havanna. Jesus begegnen wir hier auch, ca. 30 Meter hoch aus Stein gemeißelt. Danach geht es in den Burghof, mit vielen Verkaufsständen. Am Abend um 20 Uhr ist eine kleine Darstellung, d.h. eine Truppe „Weiße Funken“, maschieren an uns vorbei und laden, nach alter Tradition, eine Kanone, die pünktlich jeden Abend um 21 Uhr einen lauten Kanonenschuss abfeuert.

4. Tag:  Um 09.45 Uhr  werden wir vom Transtour Taxi abgeholt, dass uns in die 245 km ent- fernte Marina von Cienfuegos bringt. In der Marina angekommen, müssen wir noch 1 Stunde warten, bis unsere Lagoon fertig gereinigt ist. Dies nutzen wir, um einen kleinen Imbiss, in der Marina-Bar, zu uns zu nehmen. Danach Übernahme der Lagoon und ab zum Einkauf im Lebensmittellädchen direkt in der Marina. Wir haben von zu Hause aus alles vorbestellt. Trotzdem gibt es vieles nicht. Das Brot haben wir am nächsten Morgen vernichtet, da es schimmelig war. Unser mitgebrachtes Dosenbrot kam zum Einsatz. Am Abend machen wir einen Spaziergang und gehen zum Restaurant „Arche“. Dieses ist sehr zu empfehlen.

5.Tag:   Ohne Frühstück legen wir um 08.25 Uhr ab, aber vorher mussten wir noch ausklarieren. Die Bucht von Cienfuegos ist gut betont. Außerhalb der Bucht setzen wir die Segel, aber nach einer halben Stunde wird der Wind so schwach, dass wir die Segel wieder einholen. Am Nachmittag haben wir die kleine Insel Cayo Guano del Estse nach 50 sm erreicht. Wir ankern vor dem Leuchtturm. Von einem Fischer bekommen fangfrische Langusten. Unser bisheriger Koch und Smutje wurde optimal durch einheimische Experten ersetzt, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Auf diesem Wissen aufbauend, konnten wir unsere kulinarischen Erlebnisse ohne Abstriche gegenüber vorherigen Törns optimal genießen. Das sonst übliche Chaos in der Küche konnte direkt um 50% reduziert werden. Es war ein Festmahl. Cuba ist halt das Land der Lobster.

6. Tag:   Nach dem Frühstück brechen wir um 10 Uhr auf zur Insel Cayo Largo. 30 Seemeilen haben wir vor uns. Die Einfahrt ist gut betonnt. Wegen der Riffe sollte man jedoch die Tonnenbegrenzung genauestens beachten. Das Wasser ist hier türkisblau. Die Marina ist sehr schön und sehr freundliches Personal empfängt uns. Hier muss ein- klariert werden. Im kleinen Supermarkt wird Brot gekauft. Obst und Gemüse gibt es leider nicht. Direkt in der Marina sind Ferienbungalows und ein Restaurant für den Abend ist auch vorhanden. Hier schwimmen riesengroße Fische, die die Reste von den Tellern der Gäste bekommen. Der Cocktail “Mojito“ ist in der Hafenbar sehr zu empfehlen.

7. Tag:  Heute wird zuerst ein Spaziergang gemacht. Die Landebahn des kleinen Flughafens ist 200 m von der Marina entfernt. Hier landen am Tag 2-3 Flugzeuge, die zum Greifen nahe über uns hinweg fliegen. Um 12 Uhr, nach dem wir ausklariert haben, geht es erstmal zum Baden an den Strand “Playa Sirena“. Bitte nicht neidisch werden, wenn ihr die Bilder davon seht. Am Abend geht es in die Innenbucht von “Punta Sirena“. Diese ist eine sehr schön geschützte Bucht für die Nacht. Sie liegt direkt neben dem Delfinario. Hier kann man mit den Delfinen schwimmen. Nebenan gibt  es auch ein Restaurant, das aber um 17 Uhr geschlossen wird. Also wird an diesem Abend selber gekocht.

8. Tag:   Am Morgen geht es weiter nach “Canal del Rosario“. Wir kommen an den “Pool´s“, das sind türkisblaue Flachwassergebiete, vorbei und machen Abends nach 22 sm vor Anker fest. In der Nacht frischt der Wind auf und wir liegen etwas unruhig.

9. Tag:   Heute wollen wir nach Cayo Campos segeln. Am morgen stahlblauer Himmel und der Wind ist eingeschlafen, so dass wir motoren müssen. Die Einfahrt in den “Canalizo Aguardiente“ ist zwar betonnt, lässt sich aber erst im letzten Augenblick so richtig erkennen. Wir fahren durch einen schmalen Kanal der rechts und links von Mangroven umgeben ist. Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Fischerstation im “Canalizo Campos“. Hier holen wir uns fangfrischen Fisch und Lobster. Die Bezahlung erfolgt mit Rum. Am Nachmittag machen wir neben der Casa Pilotes vor Anker fest. Auf der Palmeninsel gibt es Affen und Leguane. Achtung beim Schwimmen, hier herrscht eine starke Strömung! Das Dingi sollte startbereit sein.

10.Tag:  Unser nächstes Ziel ist die Insel Cayo Matias. Wir haben uns am Morgen von den Lotsen an den “Steel Stakes“ (Eisenstangen im Wasser) durch eine schmale Passage direkt in die Carribian Sea lotsen lassen. Am Nachmittag erreichen wir eine kleine Ankerbucht, in der die vom Hurrikan gestrandete Segelyacht “Papaya“ zu sehen ist. Hier machen wir eine Badepause und segeln anschließend zur größten Insel des Archipels, zur Isla de la Juventud (Insel der Jugend).  Danach geht es zurück zur Insel Cayo Matias, hier wird im ruhigen Gewässer geankert.

11.Tag:  Nach dem lichten des Ankers segeln wir bei bestem Wind mit 7-8 Knoten Richtung Cayo del Rosario. Nach ca. 15sm kommen wir, genau an einer Riffkante, an einen gestrandeten Zementfrachter vorbei. Hier ragen einige Rumpfteile und die Zylinderköpfe aus dem Wasser. Die Zylinderköpfe dienen den Wasservögeln als Rastplatz. Am Abend ankern wir in einer türkisfarbenen traumhaften Bucht südlich vor  Cayo del Rosario. Unser Angler Thomas, den wir dieses mal an Bord hatten, war vom Anglerglück geprägt. So war unser Abendessen mit einem riesigen Fisch belohnt worden.

12.Tag:  Am Morgen segeln wir bei bestem Wind nach Cayo Largo und legen den Anker 50m vor dem Sandstrand in der wunderschönen Bucht von Playa Sirena. Hier schwimmen direkt neben uns Schildkröten mit einem holzgemaserten Panzer und zwei große Rochen im türkisfarbenen glasklarem Wasser. Heute Abend liegen wir in der Marina, um die Vorräte aufzufüllen und genießen den Mojito in der Hafenbar. Einklarieren ist obligatorisch.

13.Tag:  Heute wollen wir den Tag an den türkisfarbenen “Pools“ zum Baden verbringen. Nach zwei Seemeilen erreichen wir den “Pool 1“ zum ankern. Hier machen drei weitere Yachten vor Anker fest, was schon viele Yachten bedeutet. Am Mittag fahren wir zum Pool 2 weiter und  parken ungewollt auf einer Sandbank. Leider lassen sich die 15 Tonnen nicht so einfach bewegen und wir kommen ohne fremde Hilfe nicht frei. Ein herbeigerufenes Taucherboot mit 2x 350 PS zieht uns von der Sandbank und wir machen anschließend in der Marina Cayo Largo fest und lassen den Abend bei einem Glas Mojito ausklingen.

14.Tag:  Wir machen heute einen ausgiebigen Badetag in der 2 sm entfernten türkisfarbenen Bucht “Playa Sirena“. Hier hatte es uns am besten gefallen. Für unseren Cubatörn  die schönste Bucht! Am Abend gehen wir vor der Delfinstation “Punta Sirena“ vor Anker und beköstigen uns mit Lobster.

15.Tag:  Am frühen Morgen lichten wir den Anker und wollen Richtung Leuchtturm Cayo Guano del Este aufbrechen, wo unser erster Stop auf der Hintour war. Wir haben  hohe Welle und den Wind genau gegenan. Nach zwei Stunden  Fahrt haben wir gerade mal zwei Seemeilen geschafft. Durch den extremen Wellengang hat sich der Benzinschlamm im Tank gelöst und das Dieselfilter im Tank zugesetzt. Darauf hin kehren wir  um nach Cayo Largo. Der Mangel wird durch einen Spezialisten der Marina beigelegt, so dass wir am nächsten Tag den 2. Anlauf starten können.

16.Tag:  Es geht heute sehr früh los, da wir einen großen Schlag, gegen Wind und Welle, bis zum Leuchtturm Cayo Guano del Este vorhaben.  Gegen 15:30 Uhr erreichen wir nach einem wilden Ritt unser Ziel.

17.Tag:  Auch der letzte Segeltag beschert uns viel Wind und Sonne. Wir haben die 50 sm in 7 Stunden unter Segel, bei optimalen Bedingungen, trotz einer gerissenen Vorschot geschafft.  Das Anlegen in der Marina Cienfuegos wurde vom Skipper mit nur einem funktionierenden Motor gemeistert. In der Marina musste wieder einklariert werden. Jetzt heißt es Koffer packen. Lutz und Dany gehen los, um eine Unterkunft (Casa Particular) für die nächsten 2 Nächte zu suchen, denn wir 4 (Lutz, Michael, Günter und Dany) wollen noch 2Tage Cienfuegos besichtigen. Die anderen 2 (Judith und Thomas) wollen nach Havanna, weil sie am Montag nach Hause fliegen.

18.-23.Tag:  Die letzten 6 Tage haben wir ausgiebige Stadtbesichtigungen gemacht: 2 Tage Cienfuegos, 1 Tag Trinidad, 1 Tag Santa Clara, 2 Tage Havanna. Ein Taxi mit Klimaanlage bringt uns von Stadt zu Stadt. Jeder Ort für sich war sehenswert. Die Casa Particulars kann man bedenkenlos in Cuba nutzen. Hier gibt es Frühstück und auf Wunsch auch ein reichhaltiges und sehr leckeres Abendessen, was wir immer in Anspruch genommen haben.

24. Tag: Heute geht es nach Deutschland zurück. Unser Vermieter bringt uns zum Flughafen von Havanna. Der Abschied fällt uns schwer.

              Wir waren von Cuba total begeistert.

              Die offiziellen und einheimischen Kubaner sind uns immer hilfsbereit, kompetent und vor allem sehr freundlich entgegen gekommen.

              Das staatlich regulierte Wirtschaftssystem auf Cuba hat für identische Waren einheitliche Preise, somit erübrigt sich ein Preisvergleich vor Ort.

              Die uns, von einem häufig mitreisenden Segelkameraden, prognostizierten frostigen Temperaturen in der Nacht, konnten wir an keinem  der Tage nachvollziehen. Die lauen karibischen Abende würden wir uns auch in Deutschland wünschen.     Tagsüber kletterte das Thermometer immer an die 30°C Marke heran.

 

                                                 Bis zum nächsten Cuba-Törn.