SARDINIENREISE 2010

von Eberhard Lohbauer

  2. - 9. Okt/ 2010 
 
 

 

 

 

Das Schiff: Oceanis Clipper 423 „FOMALHAUT“, Vercharterer „North Sardinia Sail“

Bauj 2005

 

Zustand: mittelmäßig.

 

Crew: Manja (Co-Skipperin), Tanja, Thomas, Paul, Jochen, Peter; bis auf Tanja sind alle schon auf See gesegelt.

Skipper: Eberhard

 

Revier: Nordostküste von Sardinien (Costa Smeralda), Straße von Bonifacio

Wind: meist 3-5 Bft, östlich

 

Navigation: eingebauter Plotter von "Navionics"; Laptop mit Software von „Navicarte“;

mitgebrachte Seekarten von „Navicarte“.

Die an Bord vorhandenen Seekarten waren völlig veraltet.

Revierführer: „Küstenhandbuch Italien“ v. Rod Heikell

 

Samstag: Anreise

Peter fliegt mit LH von Bremen über München nach Olbia
Die anderen Crewmitglieder fliegen gemeinsam mit AirBerlin von Düsseldorf nach Olbia.

 

Paul hat einen Mietwagen gebucht mit dem wir den Transfer durchführen und die Einkäufe erledigen.

 

Unsere Charteryacht  liegt in Portisco, wir können nach einer kleinen Wartezeit, die durch einen Begrüßungsdrink überbrückt wird, das Schiff entern.

Merkwürdig fanden wir, dass die Yachten von Nord Sardinia Sail nicht in dem schönen neuen und ausreichend Platz bietenden Hafen liegen, sondern an einem ungeschützten  Schwimmsteg, der sich ca. 400 m außerhalb dieses Hafens befindet. Die Verbindung vom Hafen zum Schwimmsteg wird durch ständig fahrende Wassertaxis sichergestellt. Was sich die Verantwortlichen dieser Firma bei diesem Unsinn gedacht haben ist uns verborgen geblieben.

 

Ein Teil der Crew fährt mit dem Mietwagen Peter abholen, der inzwischen am Flughafen eingetroffen ist und danach einkaufen. Peters Gepäck war nicht im Flieger....  ist in München zurückgeblieben!

Die Übergabe der Yacht ist schnell und unkompliziert.
Da wir immer noch den Mietwagen haben, fahren wir abends in ein nettes Restaurant in der Nähe.

 

Sonntag:

Peter und Paul bringen den den Mietwagen zurück und erfahren, dass Peter´s Gepäck erst nachmittags ankommt.

 

Da wir nicht solange warten wollen, machen wir ohne die Beiden schon mal einen Schlag mit der Yacht. Aus der Bucht segeln wir gleich „Hart am Wind“, der Rest des Trips dann mit „Halben Wind“ nach Norden.

Ziel ist Palau, dessen Hafen wir nach 3 Stunden erreichen. Trip ca. 20 sm.
Hier warten auch unsere 2 Mitsegler, die inzwischen mit Gepäck auf dem Landweg  eingetroffen sind.

Abends essen wir an Bord und danach gemeinsamer Stadtrundgang. Dabei zeigt uns Manja, dass sie außer segeln auch andere Künste beherrscht: sie schießt uns an einer Schießbude mit 19 (von 20) Treffern mal schnell ne Pulle Spumante.

 

Montag:
wir segeln bei Ostwind (4-6 Bft) durch die Straße von Bonifacio zu dem Ort gleichen Namens.

Bonifacio ist traumhaft gelegen in einem ca. 900m langem Fjord an der Südwestkante der Insel Korsika. Trip 15 sm.
Spätnachmittags und am Abend erfolgt ein eindrucksvoller Stadtrundgang.

Später essen wir an Bord.

Nachts sind heftige Regenfälle und Böen

 

Dienstag:

Das Wetter hat sich wieder gebessert.... „voll die Sonne“

Nach Frühstück und weiteren Stadterkundungen laufen wir aus und queren wieder die Straße von Bonifacio. Ziel ist Santa Theresa di Gallura, wieder auf Sardinien. Heute haben wir ausnahmsweise mal Westwind, 3-4 Bft.

Bevor wir in den Hafen einlaufen gibt es in einer kleinen Bucht noch einen Badestop.
Wasser ca. 22°. Trip 11 sm.

Der Hafen ist sehr gepflegt und hat jede Menge Platz für Gastyachten.

Abends Stadtrundgang danach essen an Bord.

 

Mittwoch:

während ein erneuter Stadtrundgang ansteht, ist auf der Yacht Reparaturstunde. Das Roll-Großsegel war sehr schwergängig und hatte sich beim Aufrollen im Mast verklemmt . Jochen und Eberhard haben das Segel mal völlig aus dem Mast herausgenommen, einen Dreher im Top entfernt und nach dem erneuten Anschlagen des Segels das Fall gut durchgesetzt, welches vorher sehr locker war. Danach hat das Roll-Groß auch einwandfrei funktioniert.

14:30 Uhr auslaufen. Wir segeln (wieder bei Ostwind) in den nördlichen Teil des Maddalena Archipels. Hier finden wir in der Bucht „Cala Giorgio Marino“ einen Platz an einer Muringboje. Trip 10 sm.
Baden und Schorcheln! Wir setzen mit dem Dingy über zur Insel “Budelli“ und erkunden etwas diese Insel.

Unser Dingy ist der reinste Jammer, ein besseres Kinderspielzeug. Bei mehr als 3 Personen geht es unter.

 

Donnerstag:

Wir laufen in eine andere Bucht dieser Inselwelt an der „Straße der Selbstmörder“ (steht so im Handbuch)

Machen einen erneuten Landgang auf Budelli und besuchen dabei die „Spiaggia Rosa“ (Rosa Strand) . Dieser Strand ist streng geschützt und darf weder von See noch von Land her betreten werden. Wir bleiben auch brav hinter der Absperrung und machen von hier aus unsere Bilder. Der Strand hat zwar normalen weißen Sand aber darüber liegt ein Hauch von roséfarbenen Korallenspittern, etwas Einmaliges im Mittelmeer. Unser „Halbitaliener“ Paul erfährt dies von den hier wohnenden zwei Wächtern.

Am späteren Nachmittag segeln wir zur Hauptinsel La Maddalena in den Hafen der gleichnamigen Stadt.

Trip 10 sm

Da unsere Getränkevorräte zur Neige gehen tätigen wir hier einige weitere Einkäufe

und machen einen ausgiebigen Stadtrundgang.

 

Freitag:

Auslaufen gegen Mittag, Wir begeben uns in eine Bucht der Insel Caprera zum Baden und Schnorcheln. 

Danach steht die Rückreise nach Portisco an. Bei nettem Ostwind haben wir noch mal einen schönen Segelnachmittag und erreichen unseren Heimathafen ca. 30 Minuten vor Rückgabetermin.

Trip 20 sm.

Die Yachtrückgabe ist genau so kurz und schmerzlos wie die Übergabe, es gab keine Beanstandungen.

 

Wir übernachten noch an Bord und verlassen am Samstag gegen 11 die Yacht. Wir bringen mit dem Taxi Peter und unser Gepäck zum Flughafen. Peter verabschiedet sich von uns und die Restcrew fährt mit dem Bus nach Olbia um auch diese Stadt zu erkunden. Abends geht es dann wieder zurück, in den Flieger und nach Hause.

 

Zusammenfassung:

Diese Jahreszeit ist nahezu Ideal für dieses Revier. Es ist nicht mehr so heiß (am Tag ca. 21-24°). Man kann noch gut baden (ca. 22°), In den Häfen finden sich durchwegs freie Liegeplätze, auch wenn man spät hereinkommt. Die Yachtcharter ist deutlich günstiger als noch eine Woche zuvor. Auch die Hafengebühren sind nur ein Bruchteil so hoch wie im September. (In allen Häfen, außer Bonifacio immer unter 20€)
Durch unser Crewmitglied Paul, bei dem italienisch die Muttersprache ist, konnten wir viele Infos und gute Tips erhalten die u.a. auch die Bordkasse schonten und vieles was wir sonst nicht erfahren hätten.    Danke Paul! 

 

Eberhard Lohbauer                                                           >>BILDER<<