Segelbericht Schweden 2016

Der Schärengarten

Wir fuhren einmal direkt nach Süden - durch einen Kanal (Lännerstasundet ), der an einer Stelle wenig breiter war als die Schiffe, die durch wollten. Aber - gut betonnt und deutlich tiefer als lt. Karte befürchtet. Unser Schiff war gar nicht mal das Größte. Die Fahrt muss man weiter empfehlen.

 

 

Als südliche Anlaufpunkte erreichten wir Utö und Nyneshamn

Später noch mal eine nördliche Route - nach Grinda und weiter außen lang.

 

Der Rückweg lief dann über Södertälje in den Mälaren (Björkö) und durch Stockholm zurück.

Was soll man sagen - schaut Euch die Bilder an. Wir haben unendlich viele gemacht. Es ist unglaublich wie viel davon mit Villen und Häusern bebaut ist. Mein Eindruck ist, dass viele mal in alter Zeit als Wochenendhaus gebaut wurden, heute aber als dauernder Wohnsitz dienen.

Glaube man kann sagen, dass alle sonnenbeschienen Ufer der Inseln bebaut sind. Wenn man den Lännerstasundet lang fährt auch die andere Seite.

Einige fahren dann mit dem Boot zur Arbeit, die ständig fahrenden Fähren werden auch stark frequentiert - und die fahren richtig schnell.

Auch weiter draußen sind viele Inseln noch bebaut und bewohnt. Kleinere "minder bemittelte" Inseln um die 100m Länge haben halt nur 1 bis 2 Ferienhäuser. Aber auch die i.d.R. recht schmuck. Der eigene Anleger ist da kein Luxus sondern Muss.

Am Beispiel Grindä möchte ich noch vom "nationalen Erbe" und Naturschutz berichten. Auf den meisten Inseln hat sich die Landwirtschaft nicht halten können. Damit sind Wiesen zugewachsen, die Art der Natur hat sich verändert, die Höfe sind verfallen. Man steuert da mit verschiedenen Projekten gegen, in dem dort Landwirte unterstützt werden, dort zu leben und zu wirtschaften. Damit werden die Wiesen wieder wie früher mit Schafen oder Vieh bewirtschaftet, damit der alte Charakter der Inseln erhalten wird. OK, früher gab es keine Trecker und erst recht keine Quads - aber ich finde, die Bauern sollten es nicht unbedingt schwerer haben als nötig.

 

Es gibt im Schärengarten sehr viele Anlegestellen, Buchten und auch einiges an Häfen (… mit entsprechender Versorgung). Die Preise in den Häfen haben wir als durchaus angemessen gesehen. Die sanitären Anlagen waren immer ausreichend groß (ok, vielleicht nicht an Midsommar) und sauber. Dazu einen kleinen Laden - immer mit frischem Brot und das in Auswahl und alles lecker.

Für Segler: Egal, welchen Revierführer man hat - es steht nicht alles drin. Aber die anderen Skipper geben gerne Tipps, die man befolgen darf.

Was wir auf Utö machten: Fahrrad mieten und durch die Insel fahren (Utö ist über 10km lang). Die Natur ist umwerfend. Auch wenn man hört, dort seien die Winter lang und hart - die Natur ist sehr stark. Alle Steine werden mit Flechten bewachsen.

Dann findet man oft, dass die Flechten mit Farnen überwuchert werden.

Und wo dann öfters Farne wieder abgestorben sind, wachsen dann Gräser und Sträucher.

In Summe eine überwuchernde Natur.

Auf dieser Fahrrad Tour gab es dann noch eine Belohnung: Am Ende der Insel stand eine Fischerhütte, die geräucherten Fisch und gemischte Platten anbot. Super lecker - am Steg mit einer romantischen Aussicht.

Leider hatte die Fahrt auch eine Begleiterscheinung: Die Straße ging zwar recht geradeaus, aber ständig 10 - 20m auf und ab - damit kam man gut ins Schwitzen. 3 von uns hatten sich dort eine Erkältung eingefangen.

 

 

Noch mal Utö: Am Hafen gibt es wie üblich eine große Kneipe. Wir aber gingen etwas den Berg hoch zu einem alten Gasthof. Mag alt sein, die Küche war up to date: Es gab Salat aus Wiesenkräutern, "Unkraut- Pesto" und andere Leckereien. Es war ein Erlebnis - und den Schafe auf den Naturweiden schaut man anders zu ;-)